Spiraea Sortensichtung
Projektleiter: DI Thomas Roth
Projektlaufzeit: 2018-2022
Im Rahmen eines Versuchs wurden 43 von LUKE (Natural Resources Institute Finland) bereitgestellte Sorten kleinwüchsiger, insektenfreundlicher Spiersträucher (Spiraea) evaluiert. Während viele der Gehölze insgesamt gute Resultate lieferten, erwiesen sich an den Wiener Standorten acht Sorten als besonders empfehlenswert. Zu diesen zählen Spiraea japonica 'Little Princess', 'Double Play Big Bang' und 'Magic Carpet', die sich durch ihre prognostizierte Robustheit und einfache Pflege auszeichneten.
Physocarpus opulifolius Sortensichtung
Projektleiter: DI Thomas Roth
Projektlaufzeit: 2017 - 2021
Für eine europaweite Sichtung im Rahmen von Euro-Trial wurden 33 Sorten des Blasenspierstrauchs (Physocarpus opulifolius) von der niederländischen Darthuizer Nursery bereitgestellt und an sieben Gartenbau-Instituten kultiviert. Die Bonitur konzentrierte sich auf Austriebsfarbe, Habitus, Blühdauer, Fruchtschmuck und Blattfärbung. Alle Sorten zeigten sich als robust und anspruchslos. In Österreich erhielten sieben Sorten die Höchstbewertung, darunter 'Little Devil', 'Lady in Red' und 'All Black'.
Hydrangea paniculata Sortensichtung
Projektleiter: DI Thomas Roth
Projektlaufzeit: 2020-2024
Für die internationale Vergleichssichtung Euro-Trial wurden 118 Sorten der Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata) von der niederländischen Royal Association for Boskoop Cultures (KVBC) vermehrt und an Institute in sieben europäischen Ländern geliefert. Am Wiener Standort führten extreme Standortfaktoren – starke Sonneneinstrahlung, Windexposition und hohe Sommertemperaturen – zu einer hohen Mortalitätsrate. Trotz dieser herausfordernden Bedingungen erwiesen sich sechs Sorten als außergewöhnlich robust und qualitativ hochwertig, darunter 'Magical Candle/Cocktail', 'Living Summer Love' und 'Pinkachu'.
Hibiscus syriacus Sortensichtung
Projektleiter DI Thomas Roth
Projektdauer 2014-2019
Im Rahmen der Eurotrial-Sichtung wurden 62 Hibiskus-Sorten (Hibiscus syriacus) am französischen Institut National d’Horticulture (INH) bereitgestellt. Die veredelten Jungpflanzen wurden 2014 an sieben europäische Gartenbau-Institute ausgeliefert und dort über fünf Jahre kultiviert und bewertet. Die Bonitur umfasste Blütengröße, Blütenfülle, Selbstreinigung, Winterschäden und Höhenzuwachs. Die meisten Sorten zeichneten sich durch gute Winterhärte und einen sehr guten Gesamteindruck aus. Zu den Spitzensorten gehörten 'China Chiffon', 'Pinky Spot' und 'Superheart'.
Anpassung und Prüfung von Staudenmischungen für Staudenpflanzungen im städtischen Straßenraum der Region Wien
Projektleiter: DI Stefan Schmidt
Projektlaufzeit: 2014 bis 2020
Für eine effiziente und klimaresistente Stadtbegrünung bieten Staudenmischpflanzungen auf abgemagerten Substraten große Vorteile: Sie verringern den Pflegeaufwand, unterdrücken Beikräuter effektiv und sind besonders trockenheitsresistent.
Im Praxistest mit den Wiener Stadtgärten erwiesen sich von sechs speziell für Splittbeete entwickelten Mischungen die meisten als weiter optimierungsbedürftig. Als vielversprechende Ausnahme bewährte sich die Bensheimer Mischung, die nahezu unverändert übernommen werden kann.
Struktursubstrate als durchwurzelbarer und retentionsfähiger Unterbau. Baumstandorte im Lysimeter und Fahrbahnnebenflächen
Projektleiter HBLFA und ÖBG: DI Thomas Roth
Projektlaufzeit: 2019 bis 2023
Die Lysimeteranlage Jägerhausgasse ist ein Forschungsverbund der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22), Wiener Stadtgärten (MA 42), HBLFA Schönbrunn, Verein Land schafft Wasser und dem Bundesamt für Wasserwirtschaft in Petzenkirchen.
Drei der sechs bestehenden Baumlysimeter wurden zu speziellen „Schwammstadt“-Lysimetern umgebaut. Mithilfe eines umfassenden Monitorings mit präziser Sensorik werden der urbane Wasserkreislauf und das Baumwachstum genau erfasst. Ziel ist es, durch die gewonnenen Daten optimale Systeme für gesunde Stadtbäume und effektive Regenwasserbewirtschaftung zu entwickeln und damit Planung und Umsetzung zukünftiger Schwammstadt-Projekte zu unterstützen.
Holzhäcksel als Containersubstrat
Die Verwendung von Torf im Gartenbau ist immer wieder Thema von Diskussionen. Als Grund wird die Zerstörung von Mooren bzw. Torflagerstätten angeführt. Deshalb ist es möglich oder sogar wahrscheinlich, dass die Verwendung von Torf in Zukunft sowohl aus ökologischen als auch aus politischen Gründen stark eingeschränkt sein wird. Auch hinsichtlich einer Kostenreduktion gegenüber Torfsubstraten sollten Untersuchungen angestrebt werden. Deshalb wurde zum Thema „Torfersatzprodukte“ von der Abteilung Gehölzkunde und Baumschulwesen in Kooperation mit der Baumschule Praskac ein Projekt durchgeführt, in welchem Holzhäcksel als Substrat für die Kultur von Gehölzen (Ligustrum, Thuja und Kleinstrauchrosen) in Gefäßen getestet wurde.
Einfluss der Unterlagen auf die Rosensorten
Die Unterlage hat einen mitunter wesentlichen Einfluss auf die Blüh-, Wuchs- und Resistenzeigenschaften der veredelten Rose. Um dies zu überprüfen wurden jeweils Beetrosen, Edelrosen, Strauchrosen, Englische Rosen und Kletterrosen von sieben verschiedenen Rosenzüchtern jeweils auf vier verschiedene Rosenunterlagen veredelt. Die Veredlung der Rosensorten erfolgte in der Baumschule Weber, Pottendorf. Die Auspflanzung der veredelten Rosensorten erfolgte in der Außenstelle Jägerhausgasse der HBLFA Schönbrunn. Die wissenschaftliche Bearbeitung (Feststellung folgender Parameter: Gesundheit, Frostresistenz, Wuchs, Blühverhalten und Remontieren, Anzahl der Blüten pro Trieb, Austrieb, Auftreten von Wildtrieben, Ausfälle je Unterlage) erfolgt vom Team der HBLFA Schönbrunn. Das Projekt wird in Kooperation mit der Baumschule Weber, dem Stadtgartenamt Baden bei Wien und Herrn Erich Unmuth (Rosenspezialist) durchgeführt.
Überprüfung der Wirkung von Pflanzenstärkungsmittel
Pflanzenstärkungsmittel sollen einen Einfluss auf die Pflanze gegen Anfälligkeiten von Pilzerkrankungen, Selbstschutzwirkung gegen tierische Schädlinge, Schutzwirkung gegen Wurzelerkrankungen, Selbstheilkräfte der Pflanzen aktivieren und eine Stressresistenz herbeiführen.
Zu diesem Zweck wurde 2014 ein Projekt gestartet, in welchen 6 verschiedene Pflanzenstärkungsmittel und Bodenhilfsstoffe bzw. deren Kombinationen getestet werden. Die Bewertung erfolgt in regelmäßigen Abständen visuell, dazu werden Zuwachs (Höhe und Breite), Belaubung (Farbe, Krankheiten), sowie das Auftreten von Schadinsekten und Krankheiten gemessen. Folgende Mittel bzw. Kombinationen werden getestet: Terrafert Boden (Bodenhilfsstoff mit EM), Terrafert Blatt, Terrafert Boden in Kombination mit Terrafert Blatt, Trichostar, Rhizovital und Waldleben.
Sichtung von immergrünen Laubgehölzen - Prunus laurocerasus
Bedingt durch das starke Vordringen des Feuerbrandes im letzten Jahrzehnt sind vor allem zahlreiche Gattungen und Arten innerhalb der Familie der Rosaceae stark gefährdet. In verschiedenen Bundesländern Österreichs ist die Verwendung feuerbrandgefährdeter Pflanzen verboten. Auf der Suche nach Alternativen wurde die Lorbeer-Kirsche (Prunus laurocerasus) sowie deren Sorten auf ihre Eignung für die Verwendung unter den hier vorherrschenden Klima- und Bodenbedingungen gesichtet. Die Sortenvielfalt hat zur Folge, dass von der Lorbeer-Kirsche mittlerweile alle Wuchsgrö&Szlig;en vom niedrigen Bodendecker bis hin zum Großstrauch verfügbar sind. Allerdings waren verlässliche Angaben zu Wuchseigenschaften und endgültiger Größe der einzelnen Sorten nicht oder nicht ausreichend vorhanden.
Das vorliegende Projekt (im Frühjahr 1999 wurden im Sichtungsgarten Königshof 23 Sorten von Prunus laurocerasus bzw. P. lusitanica ausgepflanzt) ist ein „Langzeitprojekt“, in welchem nicht nur die ersten 3 bis 5 Jahre bonitiert wurde, sondern die Bonitierung über einen Zeitraum von 14 Jahren erfolgte. Das Projekt ist bereits abgeschlossen.
Sichtung von immergrünen Laubgehölzen
Im Projekt „Alternativen für feuerbrandgefährdete Gehölze&lbquo; wurden auch die Arten und Sorten von Buxus gesichtet. Dazu wurden im Frühjahr 1999 im Sichtungsgarten Königshof insgesamt 70 Arten und Sorten von Buxus sempervirens und Buxus microphylia ausgepflanzt. Auch dieses Projekt war ein Langzeitprojekt, in welchem die Bonitierung über einen Zeitraum von 14 Jahren erfolgte. Aufgrund der langen Laufzeit sind weitere Parameter wie die Anfälligkeit der unterschiedlichen Sorten gegenüber dem „Triebsterben“ (Cylindrocladium buxicola) sowie dem „Buchsbaumzünsler“ (Glyphodes perspectalis) hinzugekommen. Das Projekt ist bereits abgeschlossen.
Nationalpark Donau-Auen schneidet Weiden an der HBLFA Schönbrunn
Die langjährige Kooperation zwischen dem Nationalpark Donau-Auen und den Abteilungen Gehölzkunde und Baumschulwesen sowie Garten- und Landschaftsgestaltung der HBLFA für Gartenbau in der Außenstelle Jägerhausgasse findet auch heuer mit umfangreichen Schutzmaßnahmen statt. Mit Abstand und Masken schneiden die MitarbeiterInnen des Nationalparks Weidenstecklinge für Ausbesserungsarbeiten an den Weidenflechtwerken auf der Schlossinsel. Leider können die Schüler und Schülerinnen der Gartenbauschule heuer nicht selbst Hand anlegen und die Weidenflechtwerke ausbessern. Nach Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden wir aber auf jeden Fall die neuen Weidenbauten im Nationalpark-Zentrum begutachten!