Projekte

Glashausanlage: 
Laufend: 

  • BGB 3016: Überprüfung einer möglichen Eignung verschiedener Bromelienarten hinsichtlich eines Einsatzes in der Innenraumbegrünung.
  • BGB 3018: Einsatz neuer Schalen bei Bonsai-Kultur
  • BGB 3898: bienenfreundliche Balkonpflanzen
  • BGB 3899: Wiener Irisstrauß von Brueghel-Gemälde mit Schnittblumen nachgestellt
  • BGB 3897: Selektion neuer Orchideen-Hybriden für Erwerbsgartenbau

In Planung: 

  • Fotovoltaik gestützte Pflanzenbeleuchtung im Zierpflanzenbau
  • Einsatz und Produktion von Torfmoosen für Substratherstellung
     

In-vitro-Labor:

  • In-vitro-Etablierung von Juglans regia
  • In-vitro-Veredelung bei Citrus
  • In-vitro-Vermehrung von Sorbus torminalis
  • DNA-Gehaltsmessung an in vitro vermehrten, heimischen Wildrhododendren in Hinblick auf Freilandversuche (Testung auf Kalktoleranz)
  • In-vitro-Etablierung von Acer pseudoplatanus

In-vitro-Etablierung von Juglans regia

Der Anbau der Echten Walnuss (Juglans regia) erfolgt in erster Linie wegen des Fruchtertrages. Daher sind die im Handel angebotenen Sorten in der Regel auf hohen Fruchtertrag selektiert worden. Eine zusätzliche Verbreitung als forstliche Wirtschaftsbaumart hat trotz des hochwertigen Holzes bisher kaum stattgefunden. Die ersten Versuche, Züchtung und waldbauliche Maßnahmen betreffend, erfolgten am Ende des letzten Jahrhunderts. Die konventionelle Vermehrung die bei bei Juglans regia über Veredelung oder Stecklinge erfolgt, ist zeitintensiv und meist ineffizient. Daher wird an der HBLFA für Gartenbau anhand von Fruchtsorten und forstlich genutzten Selektionen, in vitro ein Vermehrungsprotokoll entwickelt.

In-vitro-Veredelung bei Citrus

An der HBLFA für Gartenbau wurden in den letzten Jahren mit verschiedenen Citrus –Arten aus der Sammlung der ÖBG umfassende Versuche durchgeführt (BGB 3102, BGB 3341, BGB 3344). Erfolgreiche In-vitro-Etablierungen  konnten bei C. latifolia, C. meyeri x paradisi ‘Limonade‘ und C. meyeri erzielt werden. Aufgrund geringer Bewurzelung- und Akklimatisierungsraten sowie eines sehr langsamen Wachstums im Gewächshaus wird bei C. meyeri x paradisi ‘Limonade‘ ein In-vitro-Veredelungsprotokoll entwickelt. Die In-vitro-Veredelung bei Citrus hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Vor allem weil man über die In-vitro-Vermehrung (Wärmetherapie, Isolierung von Sprossmeristemen, etc.) virusfreie Pflanzen (Edelreis, Unterlage) produzieren kann. Neben C. latifolia wird C. volkameriana und C. meyeri als Unterlage getestet. C. volkameriana gilt als sehr gute Veredelungsunterlage für Citrus in Topfkultur.

In-vitro-Vermehrung von Sorbus torminalis

Die Elsbeere (Sorbus torminalis) findet vorwiegend als forstliche Wirtschaftsbaumart Verwendung. Wobei in jüngster Zeit die Bedeutung als Furnierholz enorm gestiegen ist. Das Holz der Elsbeere gehört zu den härtesten und wird von Drechslern, Schreinern und Instrumentenbauern sehr geschätzt. Hinzu kommt noch die ökologische Bedeutung der Lockerung des Bodens durch das weitausladende, tiefgründige Wurzelwerk. Des Weiteren gelten Elsbeeren -Blüten als wertvolle Bienenweide. Die konventionelle Vermehrung erfolgt vorwiegend über Saatgut; die vegetative über Veredelung oder Stecklinge. Zur Erzielung einer höheren Vermehrungsrate wird an der HBLFA für Gartenbau für Sorbus torminalis ein In-vitro-Vermehrungsprotokoll entwickelt. Pflanzenmaterial eines selektierten Baumes (interessante Selektion für forstliche Zwecke/Furnierholz) wird beprobt und in vitro etabliert. Nach erfolgreicher In-vitro-Etablierung erfolgt in weiterer Folge die Methodenentwicklung für die In-vitro-Vermehrung, In-vitro-Bewurzelung und Akklimatisierung im Gewächshaus.

 

DNA-Gehaltsmessung an in vitro vermehrten, heimischen Wildrhododendren in Hinblick auf Freilandversuche (Testung auf Kalktoleranz)

An der HBLFA für Gartenbau gibt es eine wertvolle In-vitro-Klonsammlung der heimischen Wildrhododendren R. ferrugineum, R. hirsutum und R. x intermedium aus unterschiedlichen Naturstandorten. Forschungsschwerpunkte: 1) Zur Bestimmung des relativen DNA-Gehaltes (diploid, polyploid) werden Messungen mittels Durchflusszytometrie (rasche, effiziente Methode) durchgeführt. Mit Hilfe der Messdaten kann gleichzeitig eine Aussage über die genetische Stabilität (diploid, polyploid, aneuploid) der in vitro kultivierten Klone gemacht werden. 2) Testung auf Kalktoleranz. Von Klonen aus Standorten auf Karbonatgestein wachsend, wie z.B. der Standort Viote-Trient (Italien) mit R. ferrugineum (schwach saure pH –Werte von 6,0±0,14 und 6,2) oder der Standort Axamer Lizum (Tirol) mit R. x intermedium (pH –Werte von 5,4±0,57 bis 6,9) werden Mikrostecklinge bewurzelt und akklimatisiert. Als Kontrolle können R. ferrugineum -Klone des Standortes Patscherkofel West (stark saurer pH-Wert von 3,5±0,3) verwendet werden. Im Substratversuch (Topfkultur) wird auf Kalktoleranz getestet. Sollte diese bei bestimmten Klonen bestehen, erfolgt im Rahmen eines Folgeprojektes die Auspflanzung in Freilandversuchen.

In-vitro-Etablierung von Acer pseudoplatanus

Der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) ist in Europa weit verbreitet, da er sowohl als Park- und Alleebaum, als auch in der Forstwirtschaft eine wichtige Bedeutung hat. Wegen der großen Blätter bietet er an Straßen relativ guten Lärmschutz, wobei die Empfindlichkeit gegen Streusalz vom Nachteil ist. Als waldbaulich und ökologisch wertvolle Mischbaumart dient der Berg-Ahorn aufgrund seiner aus Verzweigung entstandenen Herzwurzel der Bodenverbesserung. Das qualitativ wertvolle Holz zählt zu den Edellaubhölzern und erzielt bei hochwertigen Stämmen Preise von mehreren tausend Euro. Häufig vermehrt sich der Berg-Ahorn von alleine. Er kann aber auch gezielt aus Samen oder Stecklingen herangezogen werden. Zur Erzielung einer höheren Vermehrungsrate wird an der HBLFA für Gartenbau für Acer pseudoplatanus ein In-vitro-Vermehrungsprotokoll entwickelt. Von selektierten Elite -Bäumen wird juveniles Pflanzenmaterial beprobt und in vitro etabliert. Nach erfolgreicher In-vitro-Etablierung erfolgt in weiterer Folge die Methodenentwicklung für die In-vitro-Vermehrung, In-vitro-Bewurzelung und Akklimatisierung im Gewächshaus.

Veröffentlicht am 02.12.2018